Das Investment > Themen > Altersvorsorge & Riester > Alles zum Thema Riester-Rente

Cost-Average-Effekt: Der Trick mit dem Sparplan

Cost-Average-Effekt
Bild: DWS

Der Cost-Average- oder Durchschnittskosten-Effekt gilt als wichtigstes Argument für Sparpläne: Anleger, die im Rahmen der Altersvorsorge monatlich die gleiche Summe investieren, kaufen bei niedrigen Börsenkursen mehr Anteile als bei hohen, senken so ihren durchschnittlichen Einstandspreis und steigern damit die Rendite.Einige Wissenschaftler behaupten, dieser Effekt sei bloßer Mythos. Ihre Argumentation ist jedoch kaum mehr als finanzwissenschaftlicher Selbstzweck.

Der Vorteil eines Sparplans leuchtet unmittelbar ein: Wer regelmäßig eine feste Summe in ein Wertpapier investiert, braucht sich keine Gedanken über den richtigen Einstiegszeitpunkt zu machen. Er muss zudem Kursschwankungen nicht fürchten. Denn er investiert automatisch antizyklisch: Sind die Kurse im Keller, kauft er eine Menge Anteile, bei hohen Preisen indes nur wenige Papiere (zum Text: Fondssparplan: Einstiegshilfe zur privaten Altersvorsorge).
Dadurch liegt der durchschnittliche Kaufpreis der Anteile unterhalb des durchschnittlichen Kurses über den Investitionszeitraum. Je stärker das Wertpapier dabei schwankt, desto größer der Effekt. Das gilt auch für Fondssparpläne im Rahmen der Riester-Rente.

Tatsächlich wird dieser Effekt von niemandem bestritten; in den Augen vieler Wissenschaftler wird er aber bei weitem überschätzt. Der Vergleich mit dem Durchschnittskurs sei eine rein theoretische Überlegung. Denn den Durchschnittskurs zahlt kein Anleger: Er müsste, statt monatlich die gleiche Summe anzulegen, monatlich die gleiche Menge an Wertpapieren kaufen – das aber tut de facto niemand.

tl_files/Nachrichten/RTEmagicC_Cost-Average-Effekt.jpg.jpgDoch auch den Vorteil von Sparplänen gegenüber der Einmalanlage lassen Finanzwissenschaftler häufig nicht gelten. Weder, so die Argumentation, führe ein Sparplan zu merklich höheren Renditen als eine Einmalanlage, noch zu deutlich geringeren Risiken. Das indes hängt von der Kursentwicklung ab. Sofern der Preis eines Wertpapiers kontinuierlich steigt, ist eine Einmalanlage erfolgreicher. Gleiches gilt für sehr lange Zeiträume mit einem deutlichen Aufwärtstrend.

Sparpläne profitieren von schwankenden Kursen

Doch abgesehen davon, dass für die meisten Anleger eine Einmalanlage keine Alternative ist, weil sie am Anfang einer Sparperiode gar nicht über das nötige Kapital verfügen: Schwanken die Kurse stärker, ohne dass es einen klaren Aufwärtstrend gibt, fahren sie mit Sparplänen besser.

Denn dann kaufen sie immer zwischendurch billig viele Anteile und senken ihren Einstandskurs. Wer beispielsweise seit Anfang 2008 monatlich eine feste Summe in den Dax investiert hat, hat weitaus weniger verloren als derjenige, der die gesamte Anlagesumme Anfang 2008 in den Index angelegt hat.

Selbst für lange Zeiträume haben Mathematiker zudem nachgewiesen, dass das Risiko eines Sparplan-Investments deutlich niedriger ist als das einer Einmalanlage. Der Verzicht auf Rendite wird also auch in Aufwärtsphasen belohnt.


Cost-Average-Effekt verliert auf lange Sicht an Wirkung

Allerdings verliert der Cost-Average-Effekt über die Laufzeit eines Sparplans an Bedeutung: Da sich im Verlauf des Ansparens immer mehr Kapital ansammelt, das ganz den Schwankungen der Anteilspreise unterliegt, und da die einzelne Rate einen immer kleiner werdenden Bruchteil dieses Kapitals ausmacht, nimmt der Durchschnittskosteneffekt immer weiter ab.

Das ist der wesentliche Grund dafür, dass die aktuelle Zehn-Jahres-Sparplan-Statistik anders als in den vorangegangenen Jahren eher enttäuschend ausfällt: Nur ein einziger globaler Aktienfonds in der Statistik des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) hat eine positive Rendite erzielt. Besser sieht es in der aktuellen Krise aber auch für Einmal-Investments nicht aus: Globale Aktienfonds liegen auf Zehnjahressicht im Schnitt noch deutlicher im Minus.

Von: Christopher Nachtweh

Zurück

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

*
*
Sicherheitsfrage:Bitte rechnen Sie 2 plus 9.*

Kostenfreie Riester-Analyse

Riester-Beratung

Sie möchten für sich die optimale Riester-Förderung ermitteln? Die Altersvorsorge-Experten von DAS INVESTMENT stehen Ihnen gern für ein kostenfreies Analysegespräch zur Verfügung.

Anzeige

Bilderstrecke

Riester-Beratung

Rente, Sex und Altersvorsorge - informieren Sie sich jetzt und hier, was das Alter so bringt. weiterlesen

Bilderstrecke

Riester-Beratung

Liebe jenseits aller Altersgrenzen - spielt das Alter keine Rolle? weiterlesen

Piet Klocke erklärt die Rente


Ihre Fragen zur Altersvorsorge

Bildbeschreibung

Sie haben auch eine Frage zum Thema Altersvorsorge? Wir beantworten sie gerne!
Frage stellen

Riester-ABC

Bildbeschreibung

Sieben Jahre ist die Riester-Rente inzwischen alt. Am Markt hat sie sich weitgehend etabliert. DAS INVESTMENT.com erklärt, wie sie funktioniert und welche Spezialfälle zu beachten sind. Weiterlesen …

Cost-Average-Effekt

Bildbeschreibung

Der Cost-Average-Effekt gilt als wichtigstes Argument für Sparpläne: Anleger, die im Rahmen der Altersvorsorge monatlich die gleiche Summe investieren, kaufen bei niedrigen Börsenkursen mehr Anteile als bei hohen.

Weiterlesen …

Video: Walter Riester nimmt Stellung zur Finanzkrise

Bildbeschreibung

Er ist Namensgeber und offizieller Vater der staatlich geförderten Altersvorsorge. In einem Video nimmt der ehemalige Arbeitsminister Walter Riester (SPD) dazu Stellung, wie sich die Finanzkrise auf bestehende Riester-Verträge auswirkt.

Weiterlesen …

Die Geschichte der Riester-Rente

Bildbeschreibung

Wohl selten hat eine Branche so sehnsüchtig ein Gesetz erwartet wie damals die Finanzszene die Rentenreform, die die neue Riester-Rente enthielt. Doch die Euphorie wich zunächst schnell blanker Enttäuschung. DAS INVESTMENT.com erzählt die Geschichte einer problematischen Geburt mit Happy End.
weiterlesen

Altersvorsorge mit Zeitwertkonto: Neues Gesetz fördert Versicherungen

Bildbeschreibung

Immer mehr Unternehmen nutzen Zeitwertkonten, um ältere Arbeitnehmer vor dem 67. Lebensjahr in Rente zu schicken. Überwogen dabei bisher insbesondere Lösungen mit Investmentfonds, macht das neue Flexi-II-Gesetz Versicherungen attraktiver. Die Rente mit 67 ist beschlossene Sache. Jeder nach 1963 Geborene kann erst dann ohne Abschläge in Rente gehen.

Weiterlesen …